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Wie mittelständische Autozulieferer ihre Verhandlungsposition stärken

Während viele noch im Urlaub sind oder gerade frisch erholt zurückkehren, laufen sich die Einkäufer der großen Automobilhersteller und ihre „Kontrahenten“, die Vertriebsprofis der Lieferanten, längst für die anstehenden Preisverhandlungen warm. In diesem Jahr dürften die Gespräche besonders schwierig werden, denn vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) steht das Wasser bis zum Hals. Aufgeben ist trotzdem keine Option. Wer offen für Veränderungen ist, hat jetzt trotz allem gute Chancen, neue Potenziale zu erschließen, meint enomyc-Autor Wolfram Hackbarth.

Wolfram W. Hackbarth

Uwe Köstens, Gründungspartner von enomyc

Bereits im 28. Monat hat die Weltwirtschaft mit den pandemischen Folgen zu kämpfen. Und nun wächst der Krisenberg aus Lieferkettenstopps, Material- und Personalknappheit weiter: Es drohen hohe Energie- und Materialkosten. Zusätzlich sind Cyber-Attacken zur nächsten großen Herausforderungen avanciert. “Ein toxischer Cocktail”, fasst Uwe Köstens, Gründungspartner von enomyc, die Situation zusammen. Krise ist sein Geschäft: Seit über 22 Jahren berät er in Mittelstandsfragen. Dabei kennt er die Auswirkungen von Krisen auf die Weltwirtschaft gut. Aber was macht die aktuelle Situation so einmalig? Wofür genau schärft sie den Blick insbesondere? Und wie können Unternehmen sanfter landen in der neuen Realität, die "Krise" heißt? Ein Interview.

Despina Borelidis

Julia Hammer, COO & Partnerin bei enomyc

Im Grunde nichts Neues, aber Mentorship scheint aktuell in aller Munde. Und tatsächlich disruptiert ein Mentorship-Modell die klassische Alt-lehrt-Jung-Methode gehörig. Es nennt sich "Reverse Mentoring": Hier lernt die Generation Golf von den Zoomers, die Boomers von den Millennials – vice versa und abteilungsübergreifend. Bei Unternehmen wie Microsoft lernen die CTOs vom Nachwuchs, heißt es. Wir haben uns in den eigenen Reihen umgehört: Warum wird aktuell so viel über Reverse Mentoring gesprochen? Was sind die Benefits für Mentees, Mentor:innen und Unternehmen? Und was geht Unternehmen durch die Lappen, wenn sie darauf verzichten? Ein Interview mit Julia Hammer, Mentorin, Mentee und COO bei enomyc.

Despina Borelidis

Circular Economy, Dr. Stefan Frings

Es führt kein Weg daran vorbei: Die Wirtschaft muss nachhaltiger werden. Schluss mit Überproduktionen, Schluss mit kurzlebigen Produkten, Schluss mit Elektro- und anderem Schrott. Her mit Produkten, die recycelt und länger haltbar sind. Her mit dem “ Recht auf Reparatur ”, her mit der Kreislaufwirtschaft!

Despina Borelidis

Materialknappheit, Lieferstopps, steigende Energiekosten. Nachhaltigkeitsziele, Digitalisierung und Elektromobilität: Die Automobilbranche steht wie kaum eine andere unter Transformationsdruck. Sie ist genötigt, sich zu wandeln, muss sich neu erfinden, muss Bewährtes hinterfragen – wie Netzstrukturen, Verträge und Vertriebssysteme. Und das tut sie auch. Neue Geschäftsmodelle drängen auf den Markt. Wir blicken heute auf eines, das so neu nicht ist, aber aktuell mit aller Kraft ausgerollt wird: das Agenturmodell. Viel diskutiert, viel kritisiert, aber auch angenommen. Warum? Wie zukunftsweisend ist es? Was bringt es? Was birgt es? Womit werden jahrzehntelang bestehende Geschäftsbeziehungen zwischen Herstellern und Händlern konfrontiert? Und kann sich das Agenturmodell gleichermaßen für Hersteller, Händler und Endkonsument:innen rentieren? Ein Gespräch mit Jan Brandt, Interim Manager und Experte für Turnaround und New Business Models.

Despina Borelidis

Limitierter Content, statisch und beschränkt auf schwere, stationäre Arbeitsplätze. Was diese Worte aus vergangenen Zeiten auslösen, war in den 1990er-Jahren ein Novum: das Web1. Während die Hardware schrumpfte, wuchs das mobile Internet. Die 2000er brachten das Web2 und mit ihm dynamische, interaktive Kommunikation via Social Media und Communities. Und nun? Stehen wir an der Schwelle zu Web3: dezentrales, anonymes Internet, gebildet auf der Blockchain. Das Zeitalter der Kryptos, NFTs, DAOs und des Metaverse hat begonnen. Die Möglichkeiten? Grenzenlos, heißt es. Doch was ist das Metaverse genau? Welchen Effekt hat es auf Unternehmen? Für welche Branchen kann es hochinteressant werden und welche Szenarien dienen Unternehmen schon jetzt als Assessment? Ein Ausblick mit Franz Wenzel, Director bei enomyc.

Despina Borelidis

Ist der Ausschuss zu hoch? Sind die Maschinen optimal ausgelastet? Haben die Kund:innen pünktlich gezahlt? Wer sein Unternehmen anhand definierter Kennzahlen steuern möchte, kommt kaum an einem Dashboard vorbei. Darüber berichtete Senior Consultant Nantwin Apffelstaedt ausführlich in Teil 1 unserer Themenreihe "Dashboards". Aber wie wird aus einem Dashboard eines, das Ihrem Unternehmen wahren Impact bringt?

Nantwin Apffelstaedt

Vor rund 20 Jahren hielten die ersten Dashboards Einzug in deutsche Unternehmen. Mittlerweile gelten die Visualisierungen als unverzichtbar für eine effiziente Unternehmenssteuerung, versprechen sie doch nicht weniger als umfassende Transparenz auf einen Blick. Doch so einfach ist es in der Praxis oft nicht. Denn ein Dashboard ist immer nur so gut, wie die Kennzahlen, die ihm zugrunde liegen. Die Aufmerksamkeit, die in die Definition individueller Kennzahlen und den Aufbau eigener IT-Kompetenzen fließt, ist daher gut investiert.

Nantwin Apffelstaedt

Guss aus China, Montage in Osteuropa: Im Zuge der Globalisierung strebte die deutsche Wirtschaft lange Zeit nach internationalen Geschäftsbeziehungen. Es galt Faktorkosten-Unterschiede auszunutzen. Local Sourcing mutete dagegen eher rückläufig an. Gar als spießig oder “Old School”. Bis die Pandemie und Lockdowns Lieferketten kappten, ein Hurricane in Texas tobte und ein Frachter im Suezkanal stecken blieb. Da wurde umso mehr klar, wie anfällig – und auch abhängig – Deutschlands Industrie von gewissen Grundstoffen ist. Mehr noch: Die ESG-Auflagen und Klimaziele zwingen die Wirtschaft aktuell mehr denn je zum Überdenken ihrer Lieferketten. Lange Transportwege und internationale Geschäftsbeziehungen mit “Best Cost Countries” werden zunehmend hinterfragt. Wie wird die Logistik der Zukunft aussehen – aussehen müssen? Wie kann die deutsche Wirtschaft Rohstoffknappheit und fragile Lieferketten umgehen? Wo steckt das Innovationspotenzial der Zukunft? Und: Wird Kirchturm-Sourcing wieder zum Trend? Ein Ausblick mit Dr. Stefan Frings, Partner bei enomyc.

Despina Borelidis