Automobil und Zulieferer

Veränderte Wertschöpfungsstrukturen und steigende OEM-Anforderungen erfordern klare Entscheidungen über Programme, Standorte, Lieferanten und Kapitalbindung. enomyc verbindet wirtschaftliche Bewertung mit operativer Umsetzung.

Hand skizziert mit einem Stift die Silhouette einer Fahrzeugkarosserie auf Papier
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Europas Automobilzulieferer stehen vor einem strukturellen Reset. Nach Angaben des europäischen Zulieferverbands CLEPA wurden 2024 und 2025 zusammen 104.000 Stellenstreichungen angekündigt.

Im Frühjahr 2026 erwarteten 76 Prozent der von CLEPA befragten Zulieferer für das laufende Jahr eine Profitabilität unter fünf Prozent; bereits im Herbst 2025 plante die Hälfte der Befragten, ihre Produktionskapazitäten in Westeuropa innerhalb von fünf Jahren zu reduzieren. Gleichzeitig steigen der Wettbewerbsdruck aus China, der Investitionsbedarf für neue Technologien und die Anforderungen der OEMs an Kosten, Qualität, Geschwindigkeit und Lokalisierung.

Diese Kräfte treffen Unternehmen unterschiedlich. Ein technologieorientierter Tier-1 mit wachsendem Elektronikgeschäft benötigt andere Entscheidungen als ein hoch ausgelasteter Spezialist, ein ICE-exponierter Tier-2 oder ein Unternehmen mit fragilen Standorten.

Entscheidend ist, welche Programme über ihren Lebenszyklus Kapital verdienen, welche Rolle einzelne Standorte künftig erfüllen und wie Lieferfähigkeit und Qualität während der Anpassung geschützt werden. enomyc verbindet diese wirtschaftliche Bewertung mit der Umsetzung in Werk, Anlauf und Serie.

Portrait von Christian Zeller, Partner und Head of Operations bei enomyc
Die entscheidende Führungsaufgabe liegt darin, Zukunftsinvestitionen und operative Realität zusammenzuführen. Wer unprofitable Programme und Überkapazitäten zu lange mitträgt, verliert den finanziellen Spielraum für die nächste Technologiegeneration.
Christian Zeller, Partner und Head of Operations Christian Zeller im Profil

Unser Ansatz für die Automobilindustrie

Ausgangspunkt sind Technologieportfolio, Kundenstruktur, Standortnetzwerk und finanzielle Tragfähigkeit des jeweiligen Unternehmens. Daraus leitet enomyc die erforderliche Eingriffstiefe und Reihenfolge der Maßnahmen ab – mit Qualität und Lieferfähigkeit als operativem Rahmen. In dieser Gesamtsicht wird sichtbar, welche Programme und Technologien weiteres Kapital verdienen, welche Kapazitäten zur realen Nachfrage passen und wo Lieferanten- oder Anlaufrisiken die Umsetzung begrenzen.

Die Bandbreite reicht von der wirtschaftlichen Bewertung einzelner Programme über die Stabilisierung von Werken und Lieferanten bis zu Kapazitätsanpassungen, Verlagerung oder Konsolidierung. Ziel ist, Ergebnis und Cash zu verbessern und zugleich OEM-Anforderungen und Serienfähigkeit verlässlich abzusichern.

Schwerpunkte unserer Automotive-Beratung

Portfolio- und Programmrentabilität: Welche Programme verdienen weiteres Kapital?

Produktionsnetzwerk und China-Position: Welche Standortrollen sind künftig tragfähig?

Werksverlagerung und Ramp-up: Wie bleibt die Serienversorgung stabil?

Supplier Robustness Check: Welche Lieferantenrisiken gefährden Serie und Ergebnis?

Qualität und operative Stabilisierung: Wo muss zuerst eingegriffen werden?

Working Capital und Umsetzung

Wie robust ist Ihre Lieferantenbasis?

Die Stabilität kritischer Lieferanten entscheidet über Lieferfähigkeit und Ergebnis. Der Supplier Robustness Check macht Risiken und Handlungsoptionen transparent.

  • Risiken früh erkennen: Strategische, operative und finanzielle Schwachstellen kritischer Lieferanten systematisch bewerten.

  • Abhängigkeiten transparent machen: Auswirkungen auf Produktion, Logistik und Liquidität nachvollziehbar einordnen.

  • Maßnahmen gezielt vorbereiten: Stabilisierung, Entwicklung oder Substitution nach Dringlichkeit priorisieren.

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Unsere Leistungen

Elektrifizierung, Software und globaler Kostendruck ordnen die automobile Wertschöpfung neu.

Volatile Nachfrage, verschärfter Wettbewerb aus China, regulatorische Unsicherheit und hoher Investitionsbedarf zwingen OEMs und Zulieferer, Portfolio, Standorte und Kapital neu auszurichten. Wir schaffen belastbare Entscheidungsgrundlagen, stärken Kosten- und Leistungsfähigkeit und steuern die Umsetzung im Zusammenspiel mit Kunden, Finanzierungspartnern und Arbeitnehmervertretungen.

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Aktuelle Perspektiven zur Automobilindustrie

Industrieroboterarm vor neutralem Hintergrund als Symbol für Automatisierung, Standorteffizienz und Produktionsnetzwerk-Optimierung.

Das Produktionsnetzwerk der meisten mittelständischen Unternehmen ist historisch gewachsen. Was vor Jahren sinnvoll und effizient gewesen sein mag, erfüllt in Zeiten volatiler Nachfrage, schwankender Kundenabrufe und kurzer Produktlebenszyklen oft nicht mehr seinen Zweck. Läuft beispielsweise ein Werk am Limit, während andere nicht ausgelastet sind, sollten in der Führungsetage die Alarmglocken schrillen. Christian Zeller und Max Stehr erklären, was Unternehmen dann tun können, wann welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie der Produktionsfootprint zum Wettbewerbsfaktor wird.

Christian Zeller, Max Stehr

Abstraktes Bild ineinandergreifender Zahnräder als Symbol für Produktionsprozesse und Kapazitätsanpassung

Der große OEM muss es genauso wie der Mittelständler, dessen Werk in einer Region schlecht ausgelastet ist, während der Kunde in einem anderen Markt nicht schnell genug beliefert werden kann. Ob groß oder klein: Praktisch alle Unternehmen müssen ihre Produktionskapazitäten laufend den veränderten Anforderungen anpassen. In einer Welt, in der oft schon morgen nicht mehr gilt, was gestern noch eiserne Regel schien, ist das nicht ganz einfach. In ihrem Beitrag erklären die enomyc-Experten Max Stehr und Christian Zeller, worauf Unternehmen achten sollten und warum die frühzeitige Einbeziehung eines erfahrenen Partners viel Unruhe, Reibungsverluste und häufig auch Kosten vermeiden kann.

Christian Zeller, Max Stehr

Lieferkettenprobleme? Bei diesem Stichwort dürften sich viele an die Corona- Pandemie zurückerinnert fühlen. Waren es damals in erster Linie gestörte Transportwege und Produktionsausfälle in Fernost, die insbesondere deutschen Automobilherstellern zu schaffen machten, ist es diesmal die brisante Lage in der Zulieferbranche. enomyc-Autor Wolfram W. Hackbarth erklärt, warum ihre Sandwich-Position für große Lieferanten so gefährlich ist und wie Hersteller und große Lieferanten die Konsolidierungswelle nutzen können .

Wolfram W. Hackbarth

Die Nummer ist durch: Seit Ende Oktober erhebt die EU Strafzölle auf chinesische Elektro-Autos. Zu hoch Chinas Subventionen, zu unfair der Wettbewerb: Brüssel zieht Konsequenzen – trotz aller Warnungen aus der deutschen Automobilindustrie. Erwarten die Branche nun massive Preissteigerungen und auch Vergeltungsmaßnahmen aus China? Wird die Nachfrage nach E-Autos wegen der Zölle weiter ausgebremst? Und welchen Effekt haben die Zölle eigentlich auf die deutsche Innovationskraft? Welche Szenarien die deutsche Automobil- und Zuliefererindustrie jetzt durchspielt: Darüber spricht der Experte im aktuellen Interview.

Despina Borelidis

Wie Sie Werks- und Engineering-Verlagerungen professionell managen

Deutsche Automobilhersteller haben im vergangenen Jahr gut vier Millionen Pkw gebaut. Mehr als das Doppelte, nämlich fast zehn Millionen Fahrzeuge, liefen an ausländischen Standorten vom Band. Vor dem Hintergrund hoher Energie- und Personalkosten, aber auch durch den steigenden Wettbewerbsdruck in der Branche werden Werks- und Engineering-Verlagerungen auch in Zukunft eine wichtige strategische Option sein. Der Erfolg dieser Maßnahmen steht und fällt mit einer professionellen Planung und Umsetzung – vor allem dann, wenn externe Dienstleister und Berater eingebunden sind. enomyc-Autor Wolfram Hackbarth erläutert, worauf es dabei ankommt.

Wolfram W. Hackbarth

Stack-Produktion für die Wasserstoffwirtschaft - Wolfram Hackbart

Wasserstoff gilt als einer der zentralen Energieträger, wenn es darum geht, die Bereiche Industrie und Verkehr klimaneutral zu transformieren. Bis 2030 sollen der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung zufolge allein in Deutschland zehn Gigawatt Elektrolysekapazität entstehen. Das würde ein Drittel bis die Hälfte des heimischen Bedarfs decken – und eine fast sagenhafte Skalierung der aktuellen Kapazitäten bedingen. Während viele den Plan deswegen für völlig unrealistisch halten, sieht enomyc-Autor Wolfram Hackbarth durchaus Chancen. Denn die industrielle Herstellung der Stacks, die dafür gebraucht werden, ist zwar hochkomplex, dank Digitalisierung und Industrie 4.0 aber auch in Hochlohnländern wirtschaftlich darstellbar.

Wolfram W. Hackbarth

Verlagerung, Rückverlagerung, Abwanderung und Neuaufbau: Die geographischen Züge international produzierender Unternehmen wirken wie ein Wimmelbild. Während BASF Anlagen im deutschen Stammwerk schließt und 10 Milliarden in den Bau einer Megafabrik vor der Küste Südchinas investiert, sucht Tesla Alternativen zu Produktionsstandorten in China und Taiwan. Stellantis will seine E-Auto-Produktion in China drosseln und Neura Robotics kehrt noch in diesem Jahr zurück – aus China ins deutsche Stammwerk. Die Gründe für Produktionsverlagerungen sind branchenabhängig, reichen von hohen Faktorkosten über geopolitische Risiken bis hin zur Vermeidung von Strafzöllen. Weg von Deutschland, hin nach – ja, wohin zieht es produzierende Unternehmen eigentlich? Werden Werksverlagerungen zunehmen? Und was sind die Dos and Don'ts im Verlagerungsprozess selbst? Ein Expertengespräch mit Christian Zeller und Thorsten Holl.

Despina Borelidis

Materialknappheit, Lieferstopps, steigende Energiekosten. Nachhaltigkeitsziele, Digitalisierung und Elektromobilität: Die Automobilbranche steht wie kaum eine andere unter Transformationsdruck. Sie ist genötigt, sich zu wandeln, muss sich neu erfinden, muss Bewährtes hinterfragen – wie Netzstrukturen, Verträge und Vertriebssysteme. Und das tut sie auch. Neue Geschäftsmodelle drängen auf den Markt. Wir blicken heute auf eines, das so neu nicht ist, aber aktuell mit aller Kraft ausgerollt wird: das Agenturmodell. Viel diskutiert, viel kritisiert, aber auch angenommen. Warum? Wie zukunftsweisend ist es? Was bringt es? Was birgt es? Womit werden jahrzehntelang bestehende Geschäftsbeziehungen zwischen Herstellern und Händlern konfrontiert? Und kann sich das Agenturmodell gleichermaßen für Hersteller, Händler und Endkonsument:innen rentieren? Ein Gespräch mit Jan Brandt, Interim Manager und Experte für Turnaround und New Business Models.

Despina Borelidis

Einige unserer Automotive-Experten im Porträt